Morbus Anima
Erzählung, 2026
Die kurze Erzählung "Morbus Anima" habe ich Anfang 2026 in wenigen Tagen geschrieben. Auslöser waren tiefergehende Nachforschungen in unserer Familiengeschichte. Die Erzählung basiert also auf wahren Begebenheiten. Einige sehr interessante Details zu dem Buch, seiner Entstehung und Hintergründe, werden regelmässig im Abschnitt FAQ ergänzt.
Diese Erzählung ist als Hardcover und eBook überall erhältlich.



Es gibt schon so viele Erzählungen aus der Zeit des Nationalsozialismus, die von erschütternden Schicksalen berichten. Diese Geschichte ist anders. Das in ihr beschriebene Leid beginnt erst mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
Meta Wiemer und ihr Mann Georg haben beide Söhne im Krieg verloren. Meta Wiemer darüber hinaus alle vier Brüder. Aber das Leben ging weiter. Die Stunde Null war nicht der Untergang der Deutschen.
Doch der Neuanfang dreht sich nur um die stetige Frage nach dem 'Warum'. Und um die Gewissheit, dass die Liebsten einen unnötigen, qualvollen Tod gestorben sind.
Dies ist eine Geschichte von Menschen, die dem inneren Grauen ausgesetzt waren. Einem Grauen, das die Seele auffrisst. Und dieses Grauen hat einen Namen. MORBUS ANIMA.
Nach wahren Begebenheiten.
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ISBN: 9783696385309 - In allen Buchhandlungen verfügbar.
Hardcover, 104 Seiten, 19,90 EUR.
eBook Ausgabe für 7,90 EUR.
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FAQ - Oft gestellte Fragen
Informationen zum Titel 'MORBUS ANIMA'
Wie es scheint, habe ich ein Faible für lateinische Bezeichnungen als Buchtitel. Neben "Amor Simplex" gibt es nämlich noch die Arbeitstitel "Opus Magnum" oder "abstractum composita". Das ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass ich auch nach vielen Jahren Latein in der Mittelstufe, nicht über das "Kleine Latinum" hinaus gekommen bin.
Ich weiß durchaus, dass MORBUS ANIMA eigentlich grammatisch falsch ist. Wenn ich den lateinischen Ausdruck "Krankheit der Seele" exakt hätte übersetzen wollen, dann wäre "Morbus Animae" korrekt. Aber ich habe mich bewusst für das Aneinanderreihen zweier einfacher Substantive erschienen. Weil es besser klingt, grafisch besser aussieht. Das war also eine bewusste Entscheidung. Eine tote Sprache hat meine künstlerische Freiheit zu akzeptieren. Die Grammatik einer toten Sprache interessiert mich nicht. Das ist quasi meine persönliche Rache für die Tortur des Lateinunterrichts :-)
Was war die Ambition, MORBUS ANIMA zu schreiben?
Im August 2025 ist meine Mutter verstorben. Sie hat immer viel von ihrer Kindheit erzählt und von ihren Tanten aus der Familie ihres Vaters. Ihr Bruder, mein Onkel Joachim Lörzer, hat über Jahrzehnte Ahnenforschung betrieben. Dabei ist mir das Schicksal einer dieser Tanten, Meta Wiemer, geb. Lörzer besonders in Erinnerung geblieben. Sie hat beide Söhne und vier Brüder im Krieg verloren. Das hat mich sehr beschäftigt.
Als die Schwester meiner Mutter, meine Patentante, mir bei einem Besuch erzählt hat, dass es von Meta Wiemer selbst verfasste Texte, insbesondere Gedichte, gibt, habe ich zusammen mit einem Cousin im Nachlass meines Onkels weiter nachgeforscht. Dabei sind nicht nur die Gedichte gefunden worden, sondern eben auch einiges an Korrespondenz der Wiemers. Das Anschreiben aus dem Lazarett zum Tode des Sohnes Erwin und einige Briefe von Kameraden des jüngeren Sohnes Lothar, den seine Eltern offensichtlich verzweifelt gesucht haben. Das alles zusammen hat relativ schnell die Ideen und die Motivation für diese Geschichte heranreifen lassen. Diese Erzählung war daher bereits nach wenigen Tagen fertig.
Wie viel von den realen, historischen Personen steckt in den Figuren der Erzählung?
Diese Frage kann ich nicht eindeutig beantworten. Folgendes ist mir aber von Zeitzeugen aus meiner Familie berichtet worden, bzw. habe ich recherchieren können - diese Erkenntnisse bringe ich wie folgt mit meiner Erzählung in Verbindung:
- Georg Wiemer war ein sehr ruhiger, sehr freundlicher Mensch - ich leite daraus eine gewisse "Nachdenklichkeit" ab. Ob diese so weit ging, wie in der Erzählung beschrieben, kann ich nicht genau sagen. Mir wurde aber berichtet, dass sich Georg Wiemer sehr für Technik interessiert hatte. Die Überlieferung mit dem Radio in der Geschichte ist belegt. Er wird also viel Radio gehört haben und dürfte all den wesentlichen Fragen in der direkten Nachkriegszeit ausgesetzt gewesen sein.
- Georg Wiemer war - genau wie sein Sohn Erwin - Mitglied der NSDAP. Daraus eine nationalsozialistische Gesinnung abzuleiten ist jedoch zu einfach. Erwin und Georg Wiemer waren Beamte und mit dem Beamtengesetz der Nationalsozialisten war es gerade zu unausweichlich in die Partei einzutreten, um beruflich voranzukommen.
- Ich kann natürlich nicht mit Bestimmheit den Charakter eines Menschen, den ich persönlich nie gekannt habe, aus der Sicht eines allwissenden Nachgeborenen beurteilen. Ich vermute, dass der reale Georg Wiemer möglicherweise nicht so detailliert mit den Informationen nach 1945 umgegangen ist, wie der Georg Wiemer meiner Erzählung. Sicherlich ist auch möglich, dass die Charakterzüge viel preußischer, nationaler, vielleicht auch mit mehr nationalsozialistischer Grundhaltung verbunden waren. Ich kann das nicht ausschliessen, möchte aber um der Erinnerung willen und wegen der gesamten Intention der Geschichte gerne an den Typus Mensch glauben, den ich mit diesem Charakter in der Geschichte aufgebaut habe.
- Sowohl Georg Wiemer, als auch seine Frau, haben vermutlich viel ihrer Trauer für sich behalten. Meta Wiemer kompensiert dies mit tiefergehenden Gedanken. Georg Wiemer kann den inneren Schmerz wohl eher nicht kompensieren. Fakt ist, dass er an einer Lungenentzündung nach einer Verletzung (Details dazu sind mir nicht bekannt - ich habe diesen Umstand aber mit einem fiktiven Ereignis in der Erzählung ausgemalt) gestorben ist. Und seine Frau hat sich selbst vorgeworfen hat, dass sie ein Fenster im Krankenzimmer nach ihrem Besuch nicht geschlossen hatte. Auch dieser Umstand ist durch Zeitzeugen belegt. Das ist dann auch Teil meiner Geschichte.
- In diesem Interview mit meinen Eltern an Weihnachten 2011 erzählt meine Mutter von ihren Weihnachtserinnerungen. Ein Weihnachtsfest bei "Tante Metel" war ihr besonders in Erinnerung geblieben.
Brian Smith, Benjamin Rosenkranz - warum diese doch sehr oberflächlichen Namen?
Diese Namen habe ich bewusst ganz plakativ wie Klischees genutzt, aber mit einigen Hintergedanken. "Rosenkranz" ist so ein Klischee - der Name hört sich jüdisch an. Dieser Name ist jedoch ein typisch deutscher Nachname, den man aber zunächst oberflächlich mit jüdischen Namen assoziieren würde wie etwa "Rosenbaum" oder "Rosenthal". Das ist aber eben nicht der Fall. Der "Rosenkranz" als katholizistisches Element ist eher untypisch für jüdische Familiennamen.
Ich habe also diese Namen bewusst gewählt, um diese oberflächliche Assoziation zu durchbrechen. Eine Art phonetisches Klischee, das sich selbst wiederlegt. Den Vornamen Benjamin habe ich für die Abkürzung "Ben" gewählt, mit der eine nicht näher ausgeführte Annäherung zwischen den Menschen beim fiktiven Lübecker Zollamt, sprachlich zur Geltung kommt.
Brian Smith ist ebenfalls aus einer einfachen Assoziation heraus gewählt. "Smith" stammt wie die deutschen Nachnamen "Schmidt" oder "Schmitz" von demselben germanischen Ursprung ab und kann von dem urgermanischen Wort "smithaz" abgeleitet werden, was so viel heißt wie "Schmied". Auch hier wieder eine einfache Assoziation die von einem Klischee zu einer Gemeinsamkeit führt.
Tiefergehend werden diese hintergründigen Gemeinsamkeiten in MORBUS ANIMA in dem fiktiven Gespräch zwischen Georg Wiemer und Ben Rosenkranz deutlich, welches am Ende auf die Ringparabel aus "Nathan der Weise" verweist, dem wohl eindrücklichsten literarischen Element, welches eine Gemeinsamkeit von Weltanschauungen manifestiert.
Historische Einordnungen
In der Erzählung werden verschiedene historische Ereignisse des Kriegsverlaufes geschildert, die ich u.a. auch mit den Briefen meines Großvaters (können alle [hier nachgelesen werden}(https://stammbaum.killert.de/Loerzer_Briefwechsel_2_toc/)) in Verbindung bringe. Da ist zum einen der Waffenstillstand zwischen dem mit Deutschland verbündeten Finnland und Russland zu erwähnen. Die militärhistorische Einordnung ist hier nicht eindeutig. Ob das Verlassen der Finnen als Bündnispartner kriegsentscheidend gewesen war, ist eher unwahrscheinlich.
In dem Text wird auch die V2 als "Wunderwaffe" erwähnt. Beim Lektorieren hat die KI stark angezweifelt, ob Menschen ohne Zugang zu höheren militärischen Funktionen davon überhaupt gewusst haben können. Dem entgegen steht aber ein Brief meines Großvaters, der durchaus von der V2 wusste und der darüber auch - bei aller sonst gebotenen Vorsicht in den Briefen - offen berichtet hat.
Wie ist das Cover entstanden?
Das Cover ist tatsächlich KI generiert. GEMINI hat nach vielen Anläufen dieses Cover so erstellt. Gezeigt wird das Holstenstor in Lübeck im Hintergrund. Im Vordergrund eine Trümmerwüste. Ich habe viele Varianten dieses Bildes erstellt. Ich habe mich letztendlich für eine Variante entschieden, die im Vordergrund einen aufgeräumten Weg Richtung Holstentor andeutet.
Wie wurde das Buch lektoriert?
Ich habe für die Korrekturen jenseits offensichtlicher Rechtschreibfehler viel mit KI gearbeitet und in einem längeren Dialog den Text reflektieren lassen. Für tiefergehende sprachliche Analysen habe ich Language Tool verwendet, dass ich in all meinen WorlFlows nutze. Das hat unter anderem dazu geführt, dass ich tatsächlich einen einfachen Texteditor nutze, die Kapitel in Markdown schreibe und mit einem Script quasi in Echtzeit das Buch in LaTeX für den Buchsatz umwandeln kann. Das ist ein sehr effizienter Workflow.
Errata
Ich glaube auch mit noch so vielen Korrekturdurchläufen ist es nicht möglich, einen komplett fehlerfreien Text zu publizieren. Hier die aktuell vorhandenen Fehler im Text, die erst nach der Drucklegung aufgefallen sind und die für weitere Auflagen korrigiert werden:
Seite 11:
"Die ersten Tageszeitungen nekamen ihre Lizenzen bekommen ..."
Richtig: "Die ersten Tageszeitungen hatten ihre Lizenzen bekommen"
Seite 73:
"... die von dem Schrebergarten-Verein, wie Josef Manstein gelebt hatte ..."
Richtig: "... die von dem Schrebergarten-Verein, wo Josef Manstein gelebt hatte ..."
Weitere Informationen
Grundlage für diese Erzählung sind meine Recherchen zur Familie meiner Großtante. Diese Informationen finden Sie in den Seiten meiner Ahnendokumentation. Insbesondere auf diesen Seiten:
Tragik und Zuversicht - Ein kleiner Einblick in die beeindruckende Gedankenwelt von Meta Wiemer
Das traurige Schicksal von Erwin und Lothar Wiemer
"Zu Hause" - Gedanken von Meta Wiemer