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Veröffentlicht am 25. Oktober 2026


A Tribute to Anton Corbijn

Schon seit Jahrzehnten bin ich ein großer Fan des Fotografen und Designers Anton Corbijn. Er hat dem "Soundtrack of my Life" der Band Depeche Mode ab 1986 das perfekte Image verpasst. In unzähligen grandiosen Musikvideos, Stage-Designs der Konzerte, Fotos der Band und Artwork rund um die Alben-Veröffentlichungben, hat er die visuelle Richtung über Jahrzehnte hinweg vorgegeben. Ich bin überzeugt davon, dass Depeche Mode als Teenie-Band Mitte der 80er Jahre in der Versenkung verschwunden wären, hätte es diese wegweisende Zusammenarbeit nicht gegeben.

Aber es sind ja nicht nur Depeche Mode, die von der Arbeit dieses Ausnahmekünstlers geprägt wurden. Corbijn ist auch der wichtigste Fotograf für U2 oder Herbert Grönemeyer. Und es gibt so viele ikonographische Bilder von ihm - Ian Curtis von Joy Division, Nelson Mandela, David Gilmour, Metallica, Nick Cave usw. usw.

Im September 2026 habe ich mir dann in Berlin eine Ausstellung mit über 200 Fotos von Corbijn in der "Fotografiska" angeschaut. Es ist der bis dato für mich nachhaltigste Museumsbesuch gewesen.

Ein Portait von Peter Killert


Die teuersten und schönsten Bildbände in meinem Besitz

Die beiden großen Bildbände auf dem Foto hätte ich mir sofort schon im Museumsshop in Berlin gekauft. Aber da ich nur einen kleinen Koffer auf meinem Kurztrip nach Berlin dabei hatte und die beiden Bücher jeweils so an die 10 Kilo wiegen, habe ich diese Anschaffung verschoben. Natürlich sind beide Bücher in schweren Acrylständern auf meinem Regal mit eigens, selbstmontierten LED Spots ansprechend präsentiert. Beide Bücher sind die teuersten Bücher, die ich mir bisher gekauft habe. Und es sind die eindrucksvollsten und besten Bildbände, die ich besitze.

Schon in den Anfängen des Internets, ab ca. 1998, hatte ich auf meinen Seiten eine Rubrik, die ich "A Tribute to Anton Corbijn" genannt habe. Die Tageszeitung "Die WELT" hatte einst meine Seite aufgespürt und über sie berichtet. Ich hatte mir damals einfach die schönsten Corbijn Fotos zusammenkopiert und nach meiner ästhetischen Wahrnehmung präsentiert. Heute mache ich das nicht so einfach, denn einfach das Werk eines anderen für die Aufwertung der eigenen Webseite zu nehmen (auch wenn ich das glaube ich, ganz gut gemacht habe) - nun, das würde ich heute nicht mehr machen.

A Tribute To Anton Corbijn - Meine Webseite, Screenshot aus dem Jahr 1999

A Tribute To Anton Corbijn - Meine Webseite, Screenshot aus dem Jahr 1999

'DIE WELT' berichtet über meine Seite

'DIE WELT' berichtet über meine Seite

Meine Begeisterung für die Arbeit von Anton Corbijn ist nicht nur geblieben - sie ist über die Jahre gewachsen. Und in Berlin, bei der Werkschau von 50 Jahren Arbeit des Ausnahmekünstlers - Corbijn ist inzwischen 70 Jahre alt - ist mir dann auf für mich sehr bewegende Weise klar geworden: was ich in meiner Jugend einfach nur als "cool" empfunden habe, ist heute zeitlose Kunst. Das ikonische Foto von Ian Curtis aus dem Jahr 1980 neben dem von David Gilmour aus dem Jahr 2025 zu sehen, zeigt diese Zeitlosigkeit - sie ist fest verankert in der einzigartigen, unverwechselbaren Ästhetik dieser Arbeit. Eine Zeitspanne von 45 Jahren ist nicht zu sehen.

Und als ich dann die Bildbände in meinem Buchladen abgeholt habe - ich habe penibel darauf geachtet, dass die Bücher absolut einwandfrei geliefert wurden - war es wie Weihnachten, die Schutzfolie abzuziehen und dann mit sauberen Fingern Seite für Seite durchzublättern. Ich hatte vorher gedacht, ich würde die Fotos alle kennen, aber es gibt sehr viel Neues zu entdecken. Insbesondere in dem Bildband zu Depeche Mode. Da finden sich bisher nicht veröffentlichte Fotos im chronologischen Aufbau, deren Abschnitte von Corbijn handschriftlich kommentiert wurden. Zum Beispiel Fotos von 1988 am Vormittag des legendären Konzerts in der Pasadena Rose Bowl oder wir sehen Fotos aus der "Ultra"-Zeit Ende der 90er Jahre, wo Corbijn mit der Band Faxen macht und sichtlich Spaß an seiner Arbeit hat. Richtig genial sind dann am Ende die Skizzen zu den Bühnenshows oder zum ersten Mal veröffentlichte Cover-Designs, die verworfen und niemals angewendet wurden.

Was kann man noch herausgreifen? Nun, die Zusammenarbeit zwischen Corbijn und der Band beginnt richtig 1986 mit dem Videodreh zur Single "A Question of Time". Zwar hat Corbijn die Band schon einmal 1981, ganz am Anfang der Karriere, fotografiert (für eine namhafte britische Musikzeitschrift) und auch Fotos bei den ersten Konzerten der Band im Vorprogramm von "Fad Gadget" gemacht - die haben einen enormen historischen Wert, aber zum "Visual Director" wurde Corbijn dann erst 1986. Vorher, so hatte Corbijn schon mehrfach in Interviews verraten, mochte er die Musik von Depeche Mode nicht wirklich. Aber sein Eindruck, dass "Black Celebration" im Jahr 1986 der Wendepunkt bei Depeche Mode war, ist auch der Eindruck der Bandmitglieder. Mastermind Martin Gore hat mehrfach betont, dass er alles mag, was Depeche Mode seit 1986 herausgebracht haben.

1987 und 1988 sind dann schon der Höhepunkt der Videoästhetik im Output von Depeche Mode. Die Videos zu "Strangelove", "Never Let Me Down Again" und "Behind The Wheel" präsentieren auch heute eben genau jene, bereits erwähnte Zeitlosigkeit. Corbijn begleitet die Band dann auf der gigantischen Welttournee und macht die berühmten Fotos in Pasadena. Noch ist er nicht der Regisseur für den Konzertfilm "101" - das übernimmt der legendäre D.A. Pennebaker. Aber die Zusammenarbeit passt - und in dem Bildband gibt es noch mehr zu sehen aus dieser Zeit. Aus der Coolness dieser Zeit wird für einen Fan nun der Bogen zu Nostalgie gespannt. Seite für Seite in dem Bildband, dazu die passenden Musik auf Vinyl - das ist mehr als eine Zeitreise.

Dann die "Violator"-Zeit mit der Rose auf dem Album und den verschiedenen Covern der Formate von "Enjoy The Silence". Und wir kennen diese Fantasiefiguren aus "Walking In My Shoes". Oder Depeche Mode in Prag, posierend am Grab von Franz Kafka - man könnte viele weitere Beispiele nennen.

Eine Sache möchte ich aber hervorheben. Das ist die Symbolik aus der Zeit rund um das Album "Delta Machine". Das Cover des Albums ist unspektakulär, aber die Dreiecke ("Deltas") werden von Corbijn zum Schriftzug "DM" montiert oder stehen stellvertretend für Dave Gahan als Frontmann und Martin Gore und Andy Fletcher als Sidekicks. Die Dreiecke sind dann auch auf der Bühne als Leinwände zu sehen und fangen die drei Bandmitglieder ein, gestützt von zwei kleineren Dreiecken, die die seit Jahren unverzichtbaren Live-Musiker Peter Gordeno und Christian Eigner zeigen. Eine grandiose, grafische Idee, die perfekt im Bühnenbild umgesetzt wurde. In dem Bildband sehen wir die passende Skizze dieser Idee.

Hier nochmal meine Fotogalerie von meinem Besuch der Corbijn Ausstellung in Berlin - wie gesagt, ein beeindruckendes Erlebnis. (Hier der Link zu meinem Tagebucheintrag von diesem Tag):

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive

Anton Corbijn Retrospektive