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17. Dezember 2023

Wintersonnenwende

Langsam kommen wir an den Punkt, an dem die Tage wieder länger werden. So kurze Tage und die meisten davon ganz grau - das schlägt doch auf das Gemüt. Ich kann es kaum erwarten, bis ich meinen Balkon im Frühjahr endlich aufbauen, gestalten und dort mit Laptop, Lektüre und Musik auf den Ohrstöpseln die dann längeren Tage wieder geniessen kann.


Kurze, graue Tage


2023 war für mich natürlich ein ereignisreiches Jahr. Endlich habe ich den Umzug angepackt und abgeschlossen, mein neues Refugium erschaffen, bin ganz gut in meinem neuen Job angekommen - ich bin von Finance & Accounting aus dem Small Package Bereich in die Lohn- und Gehaltsbuchhaltung als Systemadmin gewechselt - und es eröffnen sich jetzt so langsam die aufgeschobenen Perspektiven. Man hat sich ja einiges vorgenommen und immer wieder waren diese angepeilten Veränderungen Vorwand, aber auch tatsächliche Barriere, um all diese Dinge anzugehen.


Das neue Refugium - alles fertig :-)



Kalt, aber endlich mal wieder kein Regen. Weihnachtsmarkt an der Burg Wissem am 16.12.2023


Dazu gehört ein großes Update von CONSILIUM, dem Dienstplan-Tool, das mittlerweile seit drei Jahren in drei Abteilungen eines Fussball-Bundesligisten im Einsatz ist. Das Tool braucht dringend neue Features, nach denen ich schon mehrfach gefragt worden bin. Allerdings wird das Tool auch immer komplexer mit immer mehr Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Komponenten - das erzeugt sehr viel mehr Baustellen als erwartet. Dieses Projekt steht ganz am Anfang des neuen Jahres.

Aktuelle Lektüre


Jim Holt - ein Autor, den ich erst kürzlich entdeckt habe


Jim Holt ist kein Philosoph, der mit verklausulierter Fachsprache die alle Menschen betreffenden essenziellen Fragen in dicke Bücher packt - Holt ist eine Art Autodidakt und gehört zur Riege der Boulevard-Philosophen (Precht, Gabriel etc.) wobei er sich dadurch abhebt, dass er gar nicht erst versucht, eine Weltanschauung darzustellen oder eine Position einzunehmen.

In "Gibt es Alles oder Nichts?" stellt Holt die bekannten aber auch die weniger bekannten Positionen von Philosophen. Mathematikern, Physikern und Theologen zusammen - sehr oft als Ergebnis von persönlichen Gesprächen. Das Ergebnis ist ein fast schon pragmatischer Überblick über das, was man langläufig als "Metaphysik" bezeichnet. Also die Schlussfolgerungen, die sich aus der Bewusstwerdung der Grenzen des menschlichen Verstandes ergibt. Ich persönlich bin fasziniert von der Tatsache, dass Holt ein mathematisches Phänomen ganz an den Anfang seiner Ausführungen stellt, welches ich in diesem Artikel mal beschrieben habe. Er scheint zu einer ähnlichen Schlussfolgerung zu gelangen, nämlich dass dieses Phänomen auf etwas hindeutet, was sich mit einfacher mathematischer Logik und Sinnhaftigkeit nicht erklären lässt.

Das andere Buch, dessen Lektüre ich noch nicht begonnen habe, vertieft diese Gedanken. Wann immer sich Logik, Philosophie und Naturwissenschaften verbinden und den Dualismus zwischen Logik und Abstraktem aufheben, wird es interessant. Die interessantesten Philosophen sind die, die aus der Naturwissenschaft kommen (Kant, Leibniz) und bieten einen echten Mehrwert, da sie Horizonte öffnen. Das machen Denker wie Sartre oder Nietzsche auch, aber sehr unkonkret, fast schon schwafelnd. Ich würde diese nicht als Philosophen, sondern als Essayisten bezeichnen. Philosophie muss auf Logik gründen, denn sonst kann man sie - wie es ja leider auch häufig geschieht - mit esoterischem Geschwätz verwechseln.


Und manchmal werden die grauen Tage von Sonnenstunden unterbrochen (17.12.2023)